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Versinkt Bremen bald in der Nordsee?

“Hilfe!” ruft eine ältere Frau aus Bremen und hält sich in Sichtweite des Bremer Hauptbahnhofs mit letzten Kräften an einer Straßenlaterne fest, damit sie nicht von braunen Wasserfluten erfasst und hinweggezerrt wird. Experten halten ein solches Horrorszenario durchaus für denkbar.

“Bremen versinkt in der Nordsee”, titelt die Bildzeitung vor wenigen Minuten und bezieht sich dabei auf Expertenaussagen von Teilnehmern des 5. ExtremWetterKongress (ExtremeWeatherCongress), welcher derzeit im Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost stattfindet. Über 800 Kongressteilnehmer sind registriert, um Vorträgen zum Thema Klimapolitik, Klimawandel, Extremwetterlagen, El Niño, Meeresspiegelveränderung und Meteorologie zu lauschen und über die verheerenden Folgen der globalen Klimaveränderungen zu diskutieren.

Einer der Teilnehmer am Kongress ist Andreas Lieberum, Geschäftsführer des Forschungsprojekts “nordwest2050″. Herr Lieberum ist der Auffassung, dass es Bremen mit hoher Wahrscheinlichkeit in 100 Jahren nicht mehr geben wird. Das Abschmelzen der Polkappen sowie Verschiebungen von Erdplatten werden dafür verantwortlich sein, dass der Meeresspiegel der Nordsee schon in den nächsten hundert Jahren um bis zu zwei Meter steigt. Die Folge davon: Bremen versinkt in den Fluten.

Ein genauer Zeitpunkt, wann es so weit sei, ließe sich nicht vorhersagen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Wetterkapriolen und heftige Stürme, die viel Regen bringen, schon in den nächsten Jahren stark zunehmen werden. Der Nordwesten Deutschlands wird durch die häufige Westwetterlage in besonderer Weise davon betroffen sein. Ein realistisches Szenario auch für die kommenden Jahre ist, dass bei einer der nächsten Sturmfluten das Wasser bis in die Bremer Innenstadt vordringt.

Wie kann sich Bremen vor einem solchen Horrorszenario schützen? Eine Möglichkeit wäre, die Deiche zu erhöhen, was derzeit in Bremerhaven bereits getan wird. Um 25 Zentimeter werden dort die Dämme gegen zukünftige Sturmfluten aufgestockt. Doch dies wird auf Dauer kaum reichen, so die Experten. Auf der Konferenz sollen Wege erörtert werden, die den Klimawandel verlangsamen und wenn möglich ganz unterbinden können. Nur so hat Bremen und die gesamte Nordseeregion zukünftig eine Chance, weiterhin ein attraktives Ferienziel zu bleiben.

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