Bericht zu Besser Online 2008
Besser Online in Hamburg ist eine Veranstaltung des Deutschen Journalisten Verbandes.
Ich wollte die Zeit zwischen meiner Ankunft und dem Redaktionsbesuch bei Google eigentlich noch dazu nutzen, Bilder vom Hafen fürs Nordsee-Blog zu schießen. Leider schüttete es ziemlich stark, so dass die Fotos sprichwörtlich ins Wasser fielen. Es gelang mir lediglich, ein, zwei Bilder zu schießen, die leider nicht besonders schön geworden sind. Dabei wurde die Kamera allerdings so nass, dass ich auf weitere Bilder verzichtet habe. Ich hab mich dann noch einmal umgezogen und bin zum Treffpunkt für die Redaktionsbesichtigungen gegangen. Es war der Redaktionsbesuch bei Google, der vom Pressesprecher Stefan Keuchel durchgeführt wurde.
Leider gab es statt einem Einblick in den Arbeitsalltag einen knapp zweistündigen Vortrag zur Geschichte von Google und zu einzelnen Features, ohne dass wirklich in die Tiefe gegangen wurde. Für Google-Neulinge bot er sicher einiges Interessantes, aber wer sich mit den Programmen von Google schon etwas beschäftigt hat, für den war es nicht so spannend. Leider dauerte der Vortrag so lang, dass wir nicht mehr zu tagesschau.de weiter konnten. Es blieb eine Pause, um etwas zu Essen und das Notebook ins Hotel zurück zu bringen, bevor man sich zu einer Abendveranstaltung im Nachtasyl traf. Das war gedacht, damit sich die Tagungsteilnehmer vor der Tagung bereits kennen lernen können. Das Nachtasyl ist eine charmante, recht karg beleuchtete Bar, in der man auch eine Kleinigkeit verzehren kann.
Die Tagung am nächsten Tag begann mit einer Diskussionsrunde, bei der die Chefredateure von spiegel online, bild.de, focus.de tageschau.de und Stefan Keuchel von Google als Teilnehmer dabei waren. Es ging um Themen wie GoogleNews, wo kritisiert wird, dass man nicht Nachvollziehen kann, wer oben steht und um den alten Streit zwischen öffentlich-rechtlichen Anstalten und Privaten sowie deren Angebot im Netz. Spannend war, welch gute Erfahrungen die Großen mit Leserfeedback und Bindung in Form von Kommentaren gemacht haben. Vorreiter ist hier ganz klar focus.de.
Danach folgten Workshops. Es gab je drei Workshops zur Auswahl. Da ich ahnte, dass der Workshop zu Mehr klicks eine Einführung in Zählmöglichkeiten im Netz werden würde (was mir hinterher auch bestätigt wurde) und ich eine Diskussion zum Presserat im Netz eher ermüdend finde, entschied ich mich für einen Workshop zu Web 2.0 Tools für Redakteure. Das beschränkte sich leider ziemlich auf Wikis. Am Beispiel eines Regionalportals wurden die Möglichkeiten eines Wikis aufgezeigt. Da das immer mit erheblichem regelmäßigen Arbeitsaufwand verbunden ist, lohnt es sich wohl eher für große Redaktionen.
Der zweite Workshop am Nachmittag ging um Trends im Web. Das war insgesamt eine gute Übersicht zu den Themen wie Microblogging-Dienste, Streaming per Handy und Mash Ups. Nichts wirklich Neues für mich, aber ein paar Addys, die ich noch nicht kannte.
Anschließend gab es noch eine Art Vortrag von Stefan Niggemeier (Bildblog), in dem er Thesen aufgestellt hat, wie man den Journalismus im Internet verbessern kann. Kurz zusammengefasst kann man das auf „Mehr Qualität und mehr Mittel für Qualität“ eindampfen. Er brachte sehr viele Beispiele für schlechten Journalismus. Dann musste ich mich beeilen, um den Zug zu bekommen.
Fazit: Ich fand die Veranstaltung gut. Die Qualität der Diskussionen ist hoch, es waren Topleute da und die Themen sind spannend. Ich hätte mir noch was zu digitaler Fotografie gewünscht, aber man kann nicht Alles haben.

