Eine Wattwanderung sollte jeder einmal machen
An der Nordsee ist das Bild der Küstenregionen von der Bewegung des Wassers durch Ebbe und Flut gezeichnet. Bei Hochwasser findet man seltener einen Strand, bei Niedrigwasser hat sich das Meer weit zurückgezogen und das Watt ist freigelegt.
Ist das Wasser abgelaufen, pilgern viele Menschen barfuß, mit Socken oder sogar mit Schuhen in Karavanen durch das Watt um die Ostfriesischen oder andere kleinere Inseln in der Nordsee zu besuchen.
Und das macht einen Riesen-Spaß!
Bei solch einer Wanderung gibt es viel zu entdecken. Wattwürmer winden sich aus ihren Löchern und durchlüften so den Meeresboden, wunderschöne Muscheln und Bernsteine kann man finden, eben konnte man noch locker über den Boden gehen, doch im nächsten Moment versinkt man fast bis zum Knie im Watt oder reißende Priele versperren den Weg und man zieht am besten die Hosen aus, um halbwegs trocken hindurch zu kommen.
Bei Cuxhaven gibt es eine kleine Insel namens Neuwerk. Hier läuft man vom Festland zwei bis drei Stunden durch das Watt. Damit man nicht vom Weg abkommt, ist dieser mit Reisigstauden gekennzeichnet. Wer sich noch nicht traut, zu Fuß den zirka fünf Kilometer langen Weg zurückzulegen, kann auch mit einem der Pferde-Wattwagen mitfahren. Auch das ist sehr abenteuerlich, denn die Wagen fahren durch sehr tiefe Stellen in den Prielen und die starken Pferde haben manchmal ihre Probleme, nicht den Halt zu verlieren. Die Kutscher berichten während der Fahrt von stürmischen Zeiten, in denen die Wagen auch schon steckengeblieben sind.
Für Leute, die vergessen haben, auf den Gezeitenplan zu schauen, stehen am Rand des gekennzeichneten Weges in größeren Abständen sogenannte Notfallkäfige. Wer solch einen Käfig zum ersten Mal sieht, denkt an einen überdimensionalen Vogelkäfig, aber die Käfige sind für Notfälle gedacht, in denen man von der Flut überrascht wird. Dann klettert man an der Leiter hoch und benutzt oben das Notfalltelefon, um gerettet zu werden. Das ist allerdings ein teurer Spaß…

