Das Meer ist ein faszinierender Lebensraum, nicht nur für Naturinteressierte, sondern auch für Dichter und Schriftsteller.
Ein so besonderer und schöner, aber auch extremer Lebensraum für Mensch und Tier hat die schreibende Zunft schon immer zu höchster Kreativität angeregt.
Warum also nicht Literatur und Naturkunde verbinden und, eingestimmt von Gedichten und Sagen, das Leben im trocken fallenden Meeresboden entdecken?
„Nichts mehr wollen wollen. Nur Meer.“
So heißt es bei Erich Fried über seine Zeit am Wattenmeer. Die literarischen Wattführer versorgen ihre Touren-Teilnehmer aber noch mit einer ganzen Menge mehr als „nur“ dem Meer. Ein prall volles Notizbuch mit allerlei Poetischem, Spannendem und Phantastischem. Theodor Storm etwa, der Autor des „Schimmelreiter“, vernahm schon damals „des gärenden Schlammes geheimnisvollen Ton“, das berühmte „Wattknistern“ des Schlickkrebses. Oder Rainer Maria Rilke, der sich so seine Gedanken über die Nordlichter machte: „Die kleine Insel draußen aber hat die Augen zu; verwirrend kreist der Deich um ihre Wohner, die in einen Schlaf geboren werden, drin sie viele Welten verwechseln; schweigend, denn sie reden selten.“
Poetisch rund ums Jahr
Literarische Wattwanderungen führen das ganze Jahr über nicht nur ans Meer bei Westerhever. Auch an anderen Orten entlang der Nordsee Schleswig-Holsteins gehören sie ins Erlebnisprogramm für Menschen mit Sinn fürs Poetische – etwa in Vollerwiek, Wyk auf Föhr und Hörnum auf Sylt.

