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Katamaran-Unglück vor Borkum – Neue Details kommen ans Licht

Die Beinahe-Katastrophe auf der Nordsee am vergangenen Montag Nachmittag, bei der 3 Menschen schwer und 24 weitere leicht verletzt wurden, ist jetzt ein Fall für die Staatsanwaltschaft Aurich. Konkret ermittlet sie gegen den 27-jährigen Kapitän wegen fahrlässiger Körperverletzung und Gefährdung des Schiffsverkehr.

Zu klären sind Fragen wie:

  • Wusste der Kapitän um das Ausmaß der Wetterverhältnisse?
  • Wusste der Kapitän, dass der Katamaran nur bis zu einem Wellengang von 2,50m auslaufen darf? (Laut Wetterdienst erreichten die Wellen an diesem Tag bis 5 Meter!)
  • Warum ist der Katamaran trotz des angekündigten Unwetters ausgelaufen?
  • Inwieweit hatte die Reederei Einfluß auf Entscheidungen des noch recht jungen Kapitäns?

MS Polarstern in besseren Zeiten

Unterdessen wurde bekannt, dass sich dramatische Szenen an Bord der “Polarstern” abgespielt haben. Eine Augenzeugin spricht von panikartigen Zuständen mit viel Geschrei. Die Reederei sprach dagegen davon, dass die Crew die Situation völlig unter Kontrolle hatte.

Nicht zuletzt wegen solchen widersprüchlichen Aussagen wird wohl auch die Reederei ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die “Polarstern” muss nun erstmal bis auf Weiteres im Hafen von Borkum bleiben. Experten versuchen herauszufinden, ob Materialfehler oder Wartungsversäumnisse zum Abriss der Reling führten.

Rückblick:

Der mit rund 360 Passagieren besetzte Hochgeschwindigkeits-Katamaran “Polarstern” der Reederei AG Ems geriet auf dem Rückweg von Helgoland nach Emden kurz vor Borkum in heftigen Seegang. Dabei löste sich aus bisher ungegeklärter Ursache ein großes Stück einer vorderen Reling und durchschlug ein Panorama-Fenster.

Die hinter diesem Fenster sitzenden Passagiere hatten keine Chance der Katastrophe auszuweichen und wurden vor allem durch splitterndes Glas und herumfliegende Metallteile zum Teil so schwer verletzt, dass sie mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Emden gebracht werden mussten.

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