» Reetdächer durch Baumpilze bedroht

Reetdächer durch Baumpilze bedroht

Auf dem Weg Richtung Nordsee gewinnt derjenige, der zuerst ein Reetdach sieht und mit dem Finger darauf zeigt. Wer kennt dieses Spiel aus der Kindheit nicht? Je weiter man sich dem Meer nähert, desto häufiger findet sich Häuser mit den Dächern aus Schilfrohr. Hübsch sehen sie aus, besonders mit kleinen Gauben.

Doch nun sind die Besitzer von Reetdachhäusern in großer Sorge, denn der Zerfall der Dächer hat sich in der letzten Zeit drastisch zeitlich verkürzt. Normalerweise zeigen die Dächer erst nach 50 Jahren erste Alterserscheinungen, doch nun kommt es bei ca. 1.000 von 50.000 Reetdächern bereits nach fünf bis 15 Jahren zum Zerfall. In einigen Fällen mussten sogar Komplettsanierungen schon nach einigen Jahren durchgeführt werden und so ein Reetdach kostet 25.000 -40.000 Euro.

Grund für die Schäden ist das verstärkte Auftreten eines Weißfäulepilzes im Reet. Weißfäulepilze gehören zu den Baumpilzen und sind eigentlich für das Zersetzen von Bäumen im Wald zuständig. Doch nun finden sich solche Pilze auch in den Dächern Nordeutschlands wieder und richten dort Schäden an.

Die Pilze fühlen sich besonders wohl in wärmeren, feuchten Fasern und möglicherweise spielt auch hier der Klimawandel eine Rolle. Denn das Röhricht stirbt in den warmen Wintern immer seltener ab und muss somit feuchter geerntet werden als zuvor.
Oder häufigere Importe führen zu einer Korrelation niederer Qualität des Baustoffes mit der Häufigkeit der Schäden an den Dächern.

Bisher handelt es sich hierbei jedoch nur um Vermutungen, die nicht eindeutig belegt werden können.

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